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Gott und seine Form

Götter gab es und gibt es in verschiedenen Formen je nach zeitlicher und räumlicher Angabe. In der Vergangenheit waren viele Götter für die Menschen zuständig. Sie ähnelten ihrem Wesen  nach Menschen, sie hatten ebenso Gefühle und ihre Fehler. Der Olymp die Residenz der alten griechischen Götter oder germanische Gottheiten wie Thor, Odin und Loki vergessen wir die chinesische Götter Fu, Lu und Shou nicht, sie sind drei unsterbliche Götter aus dem asiatischen Raum. Je nach zeitlicher und räumlicher  Angabe stoßen wir auf eine Vielzahl an diversen göttlichen Wesen. In unserer heutigen Zeit jedoch gibt es nicht mehr diese große Anzahl an Göttern die für verschiedene Tätigkeiten der Menschen  spezialisiert sind. Es gab sagen wir es mal salopp Rationalisierungsmaßnahmen unter den Göttern. Von da an war ein Gott für alle Bereiche der Menschen zuständig und diesen fehlen die menschlichen Schwächen. Der grossteil der Gläubigen stellt sich unter Gott ein älteres, liebeswürdiges, weises also ein in jeglicher Form positives Wesen in menschlicher Gestalt vor. Es ist  perfekt. Wir aber nicht. Deswegen müssen wir uns an einige Spielregeln, welche von Ihm festgesetzt worden sind halten, um in den Himmel zu kommen wo uns eine ebenso perfekte Welt erwartet. Falls wir uns aber nicht an jene besagten Regeln halten landen wir in der Hölle wo wir bis in die Ewigkeit (ein sehr langer Zeitraum) gequellt und gefoltert werden. Sehr simpel oder. Nun je weiter die Wissenschaft (Erzfeind des Glaubens) mit ihren Forschungen und Entdeckungen kommt also je mehr Fragen beantwortet werden desto mehr Anhänger kriegt sie dann auch. Das bedeutet das die Waage mehr in die Richtung der Wissenschaft ausschlägt.

Die Exgläubigen bekommen aber auch nicht auf jede Frage eine Antwort weswegen sie sich in einer Zwickmühle befinden  zwischen Atheismus oder Monotheismus.

Gott oder Nicht-Gott. Eine Folge wenn die Religion über den Menschen steht. Was würde wohl passieren wenn es keine Menschen gäbe oder wenn wir nur primitive Wesen wären wie die Affen. Die Religion ist ein Werkzeug des Menschen und nicht der Mensch ein Werkzeug der Religion. Wir haben alles was wir brauchen auf diesem Planeten Himmel und Hölle sind nur Metaphern für die Möglichkeiten die uns hier und jetzt erwarten ( bilen gelsin iste  meydan ). Wir sollten das Bild des alten weisbärtigen Mannes durch ein neues ersetzen. Gott sollte als die Gesamtheit alles Seiendens verstanden werden. Es ist ein Atom und zugleich eine Sonne. Das ganze Universum ist Gott. Es ist eine Ebene des Geistes. Die Lehren des Haci Bektas Veli der vier Torwege, vierzig Stationen (  dört kapi, kirk makam ) zeigt dies und weist damit auch einen Weg um dorthin zu gelangen. Wie Hallac-ı Mansur es seinerzeit formuliert hatte „Enel Hak“, Gott ist in mir, Ich bin Gott oder Ich bin die Wahrheit, es liegt an jedem Einzelnen den Weg auf diese zu Ebene schaffen. Wir sind ein Teil des Ganzen, sind aber auch das Ganze an sich. Wer das mit allen seinen Folgen, Ursachen und Wirkungen verstanden hat, der hat den Sprung auf die besagte Ebene geschafft und ist dann ein Ermis.

 

Mansur Sahin


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