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Die Forderungen der Aleviten an den türkischen Staat

Um die heutige Situation der Aleviten in der Türkei verstehen zu können, sollte man erst einen Blick auf ihre Forderungen werfen. Die alevitischen Organisationen in der Türkei haben in letzter Zeit ein Bewusstsein entwickelt, das sich um diese Forderungen gebildet hat. Die Aleviten, die seit der Gründung der Türkischen Republik schlichtweg übersehen worden sind, haben lautstark ihre Rechte als Bürger gefordert. Von allgemeinem Interesse ist die Anerkennung des Alevitentums in der Türkei. Dabei muss auch betont werden, dass die Forderungen der Aleviten, insbesondere der alevitischen Organisationen variieren.

Die Rede ist von drei „Forderungsarten“ der Aleviten, defensive Forderungen, kompetitive Forderungen und offensive Forderungen. Sowohl die defensiven als auch die kompetitiven Forderungen werden von allen alevitischen Vereinigungen angestrebt. Bei diesen Forderungen handelt es sich um: Stoppen der Errichtung von Moscheen in alevitischen Dörfern, Bestrafung  derjenigen, die bei den Massakern an den Aleviten beteiligt waren, Platz in den Medien, Gleichberechtigung wie die Sunniten, Neutralität des Staates.

Doch bei den offensiven Forderungen sind sich die Aleviten nicht einig. Dies hängt wohl damit zusammen, wie das Alevitentum nun zu definieren ist. Wie in anderen Kapiteln bereits darauf eingegangen wurde, herrscht bei den Aleviten Streitigkeit darüber, was unter dem Alevitentum zu verstehen ist. Es geht darum, wie der Staat nun das Alevitentum anerkennen soll.

Die Forderungen der Aleviten an den türkischen Staat stellt der Verein ATAG e. V. in einer Presseerklärung folgendermaßen dar:

  • Die Verwaltungsorganisation für religiöse Angelegenheiten soll entweder abgeschafft oder nach dem Vorbild der modernen Länder umgewandelt werden, sodass sie auch den alevitischen Bürgern und anderen Glaubensangehörigen in der Türkei dient. Die gesellschaftliche Repräsentation des alevitischen Glaubens soll auf jeden Fall gesichert und konstituiert werden!
  • In alevitischen Dörfern sollen keine Moscheen gebaut, sondern die vorhandenen in Cemhäuser umgewandelt werden, in denen die Aleviten ihren Gottesdienst und gleichzeitig ihre sozialen und kulturellen Aktivitäten ausüben (ausführen) können!
  • Der Lehrplan für den zwangsläufigen Religionsunterricht in den Schulen soll die alevitische Lehre ebenfalls beinhalten. Wie jeder Bürger haben auch die Aleviten das Recht, ihren Glauben in den Schulen zu erlernen!
  • Die Studien und Aktivitäten für und über die alevitische Kultur, Philosophie, Literatur sollen finanziell unterstützt werden. Alle gesetzlichen Hindernisse dagegen sollen aufgehoben werden!
  • Die Beteiligten an den Massakern in Maraş, Sivas, Çorum und im Gazi-Viertel sollen bestraft werden!
  • Es sollen Gedenkstätten entstehen, die an die grausame Ermordung der Aleviten erinnern.
  • Der Status, der für die Moscheen gilt, soll auch für die Cemhäuser gelten, d. h. die Ausgaben für Strom, Wasser, Mitarbeiter usw. sollen vom Staat finanziert werden!
  • Es sollen Bildungsgesellschaften und Hochschulen gegründet werden, um Lehrer und Akademiker für den alevitischen Religionsunterricht auszubilden!
  • Das Haci Bektas Kloster (Dergah) ist die wichtigste Glaubensstätte und damit der zentrale Wallfahrtsort der Aleviten. Das Kloster soll nicht mehr als Museum betrieben werden, für dessen Besuch Eintrittsgelder verlangt werden. Das Kloster muss so schnell wie möglich als Glaubensstätte der alevitischen Dachorganisation  übergeben werden.
  • Gegen die Aleviten gerichtete schriftliche und visuelle Verleumdungen, sowie falsche Behauptungen müssen unterbunden und diejenigen bestraft werden, die Diffamierung verbreiten.
  • Die religiösen Tage der Aleviten wie das Muharrem-Fasten und andere alevitische Feiertage müssen der türkischen Öffentlichkeit bekannt gemacht werden. Ihnen muss wie auch anderen religiösen Feiertagen ein offizieller Status zuerkannt werden.
  • Das gezielte Auftreten der Aleviten in der türkischen Öffentlichkeit und die Forderung nach mehr Rechten, zeigten, dass die Aleviten sich in einem ständigen Prozess der Veränderung befinden. Dabei sind die Forderungen der Aleviten im bürgerrechtlichen Kontext selbstverständliche Forderungen, die aber immer wieder an Grenzen stoßen, weil die Türkische Republik seit ihrer Gründung eine konservative Religionsansicht vertritt. Die heutige Lage der Aleviten ist auch ein Spiegelbild für andere religiöse Minderheiten in der Türkei.
  • Remzi Kaptan

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