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ALEXEJ MOIR
Eine verschüttete Utopie
Die Aleviten Anatoliens
Besonders in den Nächten würden sie wüste Orgien feiern. Von alkoholischen Exzessen begleitet, gäben sie sich der Promiskuität hin. Dabei würden sie in sexueller Hinsicht noch nicht einmal Mutter und Schwester
kennen. Durch ihre Ausschweifungen und ihre zügellose Lebensführung untergraben sie so die Moral der Gesellschaft. Aufrührer seien sie ja schon immer gewesen. Wen wundert es da noch, daß sie allesamt Linke,
Kommunisten und Maoisten sind. Ihnen die Hand zu geben oder sich gar an einen Tisch mit ihnen zu setzen, schon der Gedanke daran bringt viele "rechtgläubige" Türken auf.
Die anatolischen Aleviten bekennen sich zu einer eigenständigen Form des Islam. Einmütig verweigern islamische Theologen aller Richtungen ihnen die Anerkennung. Bis heute ist das Verhalten der meisten türkischen
Muslime gegenüber den Aleviten von Vorurteilen geprägt. Da sie Ali, den Schwiegersohn und Vetter Muhammeds, als Gott verehren würden und keine Gebete hätten, schlössen sie sich selbst aus der Gemeinschaft der
Gläubigen aus.
Die Verstellung
Die so Verketzerten haben solchem Gerede allerdings kräftig Vorschub geleistet. ihre jahrhundertealte Praxis der Geheimhaltung ihrer Lehre mußte die Phantasie ihrer sunnitisch geprägten Umwelt erregen. Dabei war ihr
Prinzip, eher ihr Leben hinzugeben, als ihr Geheimnis preiszugeben (ser vermek, sir vermemek), in erster Linie eine Vorsichtsmaßnahme, um sich der Verfolgung durch den orthodoxen Islam zu entziehen.
Zu Hilfe kommt ihnen die Technik der takiye, der ,Verstellung', die ihnen nicht nur erlaubt, sondern geradezu gebietet, sich einer feindlichen Umgebung äußerlich anzupassen und die eigene Identität zu verleugnen.
Natürlich empfinden sie das als Demütigung, auf die sie mit einem ausgeprägten Gefühl der Überlegenheit reagieren. Sie verspotten die sunnitische Glaubens- und Gebetspraxis als oberflächlich und heuchlerisch und
setzen ihr die eigene moralische Integrität entgegen.
"Wir treten vor Gott mit reinem Herzen, sie mit gewaschenen Füßen."
In einem von Aleviten und Sunniten bewohnten Dorf bei Sivas hört man einen Esel schreien. "Ah", meint ein Alevit, "es wird zum Gebet gerufen." Dann zeigt er auf die neuerrichtete Moschee.
"Endlich haben sie auch einen Stall für ihre Esel."
Auch wenn sie sich selbst für die wahren Muslime halten, so lehnen sie doch die üblichen Essentials des Islam ab. In ihren Dörfern fehlt die Moschee. Statt dessen versammeln sie sich in einem Privathaus, unter einem heiligen Baum oder an einer heiligen Quelle. Auch
das Tabu, die Türschwelle nicht zu betreten und die Verehrung der unsterblichen Knochen von Opfertieren verweisen auf schamanistische Elemente, die ihre türkischen Vorfahren wohl aus lnnerasien mitgebracht haben.
Geradezu blasphemisch wirkt auf islamische Theologen, daß sie den Koran als Fälschung bezeichnen und das seriat, das religiöse Gesetz, negieren. Von den Fünf Pfeilern, die für jeden Muslim verbindlich
sind, akzeptieren sie nur das Glaubensbekenntnis, das sie mit einem auf Ali bezogenen Zusatz versehen. Obwohl sie sich nominell zur Zwölferschia bekennen, haben sie mit der des Iran nichts gemein.
Die Alevi oder Ali-Verehrer sind überwiegend bäuerliche Nachfahren der einstigen nomadisierenden Kizilbas-Türkmenen in Mittel- und Ostanatollen. Sie praktizieren den Ritus des städtischen Bektasi-Ordens, mit dem sie auch organisatorisch verbunden sind, vor allem durch die Zeremonie
der Vereinigung (ayn-i cem), ein Festmahl, an dem Männer und Frauen teilnehmen und neuvermählte Paare initiiert werden. Dabei spielen Tanz (semah), Musik (saz) und Alkohol (Wein oder Raki) eine zentrale Rolle.
Der Stellenwert des religiösen Gedichts nefes (Atem) im Kult der Aleviten ist nicht hoch genug einzuschätzen. Die größten Dichter der türkischen Volkssprache von Yunus Emre, Kaygusuz Abdal, Pir Sultan Abdal bis hin zu Karacaoglan sind Alevi oder stehen ihnen nah.
Ist nun die Aleviye eine islamische Häresie oder, wie manche Forscher meinen, eine vorislamische anatolische Religion? Vielleicht sollte man besser von einer synkretistischen Philosophie, einer Lebensweise oder von
Esoterik sprechen. Zweifellos ist die Aleviye ein anatolisches Phänomen, Fünftausend Jahre lang haben zahlreiche Völker ihre Gottesvorstellungen nach Anatolien gebracht oder dort kreiert. Wie viel davon in den
schwer zugänglichen Gegenden Zentral- und Ostanatoliens "haften" geblieben ist, sei dahingestellt. Es fällt auf, daß gerade in den Siedlungsgebieten der heutigen Aleviten die dualistische Sekte der
Paulikianer Byzanz jahrhundertelang die Stirn bot. Ihr gnostischer Ansatz, ihr utopisches Ideal von sozialer Gerechtigkeit und ihr Menschenbild setzen sich in der Aleviye fort.
Schließen sich auch Utopie und, einschränkend formuliert, orthodoxer Islam grundsätzlich aus, so wird im abgelegenen Hochland von Anatolien utopisches Denken unter islamischer Tünche auf merkwürdige Weise wirksam.
Kampf und Kontemplation: Die Bektasi
Nach der Niederlage der Byzantiner 1071 bei Malazgirt (Manzikert) in der Nähe des Van-Sees durch den Seldschukenführer Alp Arsian veränderte sich die politisch-religiöse und ethnische Situation in Anatolien von Grund
auf. Während der toleranten Machtausübung der sunnitischen Rum-Seldschuken mit dem Zentrum Konya drangen allmählich von Osten türkisch-turkmenische Nomadenstämme ins anatolische Hochland ein, die im Gegensatz zur
staatlichen Führung schiitisch geprägt waren, ohne dabei gewisse schamanistische Vorstellungen zu verleugnen.
Bevor die Schia zur Staatsreilgion der iranischen Safaviden erstarrte, war sie bevorzugtes Auffangbecken häretischer und vorislamischer Ideen.
Man kann das Anatolien des 13. Jahrhunderts durchaus als religiösen Fleckerlteppich bezeichnen, der die Entstehung und Ausbreitung mystischer Sufiorden mit ihren der Orthodoxie suspekten Lehren förderte. Unter ihnen nimmt der Bektasi-Orden eine extreme Außenseiterposition ein.
Als sein Gründer gilt der halblegendäre Pir aus Horasan im Nordosten des Iran, Haci Bektasi der nach alevitischer Überlieferung von 1248 - 1337 lebte. Seine tekke (eine Mischung aus Kloster, geselligem und liturgischem Versammlungsort) besteht noch heute in dem nach ihm benannten Großdorf bei Kirsehir. Dem besonderen Ritual und der Doktrin des Ordens gab allerdings erst Balim Sultan im 16. Jahrhundert die endgültige Form.
Die synkretistische Lehre mit ausgeprägten hedonistischen und sozialen Zügen, aber auch die zweifellos überragende Persönlichkeit des Stifters zogen besonders die turkmenischen Nomadenstämme und die Bauern der
Gebirgsdörfer in ihren Bann. Der kriegerischen Tradition der Nomaden entsprechend, die sich von den Sultanen auch trefflich als ghazi (Glaubenskämpfer) verwenden ließen, sind in der Frühbektasiye deutlich militante Züge auszumachen. Als dann das Osmanische Reich um 1400 das Erbe der Rum-Seldschuken antrat und nur ein Jahrhundert später sein Imperium von der mittleren Donau bis zur Südküste der Arabischen Halbinsel ausgedehnt hatte, faßte die Bektasiye auch auf dem Balkan Fuß, besonders unter der damals noch halbnomadischen albanischen Bevölkerung.
Die Janitscharen
Als geistige Lehrer der Janitscharen (türkisch yeni çeri = neue Truppe) gewannen die Bektasi einen solchen Einfluß, daß die Orthodoxie sie mit aller Macht bekämpfte. Diese Elitetruppe des Sultans, die sich ausschließlich aus zum Islam zwangskonvertierten Christenknaben rekrutierte, den sogenannten devsirmes, mußte
sich in klosterähnlichen Anstalten von Jugend an einem harten Drill unterziehen. Das Zölibat und ein militanter Idealismus dieser von jeglichen Familienbanden gelösten Kaste galten ein Leben lang. Gerade daraus mag
sich ihre Affinität zur Bektasiye erklären mit ihrem christlich-häretischen Substrat, den hellenistischen Elementen der Gnosis und starken antinomistischen Tendenzen, die sie der arabischen Schia entlehnt hatte.
Zunehmend bildeten die Janitscharen einen Staat im Staate, setzten nach Belieben Sultane ein oder ab, bis 1826/27 der resolute Mahmud II. die Truppe zerschlug. Damit endete auch die herausragende Rolle der Bektasi.
Ihre Klöster wurden zerstört. Sie selbst zogen sich, auf bessere Tage hoffend, in eine Art innere Emigration zurück.
Der verborgene Orden
Seit Mitte des 19. Jahrhunderts konnte sich der Orden allmählich regenerieren, baute seine tekkes wieder auf und nahm wesentlichen Anteil an der Modernisierung des Osmanischen Reiches. Der Zusammenbruch des Imperiums
nach dem Ersten Weltkrieg und die Schaffung eines laizistischen türkischen Nationalstaates durch Mustafa Kemal Pascha Atatürk führte 1925 unter dem Vorwand des Obskurantismus zum Verbot aller religiösen Orden.
Trotzdem begrüßten gerade die Aleviten Atatürks Reformen überschwenglich. Als dieser, so heißt es, im Kreise der Bektasi-Derwische seine Vorstellungen über die zukünftige Türkei darlegte - volle Religionsfreiheit,
Gleichstellung von Mann und Frau da ging ein ehrfürchtiger Schauder durch die Reihe der Anwesenden. "Oh mein Pascha", meinte der Çelebi, "in Ihnen hat der heilige Haci Bektasi neue Gestalt
angenommen."
Das Verbot zwang die Bektasiye, sich zu internationalisieren. Der Hauptsitz des Ordens wurde von Haci Bektas Köy nach Tirana, der Hauptstadt des neu entstandenen Königreichs Albanien verlegt. Interessanterweise galt
hier bis 1965, als sich Albanien zum ersten atheistischen Staat der Weit erklärte, die Bektasiye neben dem sunnitischen Islam als eigenständige Religionsgemeinschaft, zu der sich ein Viertel der Albaner bekannte.
Über die Entwicklung nach dem Sturz des kommunistischen Regimes ist wenig bekannt. Dagegen ist der Orden im ehemaligen Jugoslawien, besonders im Kosovo mit seiner tekke in Djakovica noch heute aktiv.
In Anatolien wirkt er im Verborgenen weiter und ist vor allem durch seinen weltlichen Zweig, die Aleviye, präsent. Circa 25% der Türken und Kurden bekennen sich zu ihm. Alevitische Dörfer beider Volksgruppen
konzentrieren sich im kirmizi yay, dem Roten Bogen, von Maras_im Südosten über Elazig bis nach Erzurum und Kars an der armenischen Grenze. Kirmizi yay, genannt nach dem politischen Verhalten der
Aleviten, die durch ihre Soziallehre zu linken Parteien neigen. Die Landflucht in die Großstädte der Westtürkei und die mangelnde geistliche Instruktion von Seiten der Bektasi führten zu einer gewissen
Orientierungslosigkeit.
Die Dorfaleviten
Soweit die Aleviten noch in ihren angestammten Dörfern leben, ist ihre soziale und spirituelle Ordnung intakt geblieben. Im zumeist kleinbäuerlichen Milieu leisten sie beim Dreschen oder Wegebau Gemeinschaftsarbeit. Musahip nennt man die enge Bindung zweier Familien, die sich in allen Bereichen des Alltags zur Hilfe kommen. Nur die jederzeit geübte Solidarität konnte dieser stets gefährdeten Minderheit das Überleben sichern.
Im eline, beline, diline sahip olmak (seine Hand, seine Lende, seine Zunge beherrschen) kommt der Grundsatz alevitischen Handelns symbolhaft zum Ausdruck. Die Beherrschung der Hände meint das Verbot, zu stehlen oder
zu töten, Sexuelle Beziehungen nur in der monogamen Ehe, keinesfalls aber mit Nichtaleviten zu praktizieren, dafür steht der Begriff der Lende. Seiner Zunge Herr zu sein heißt ursprünglich, das religiöse Geheimnis
zu wahren, umfaßt aber auch die Vermeidung der Lüge und der Verleumdung. So dient die Zeremonie des ayn-i cem auch der Überwachung dieser Normen. Bei extremer Verfehlung erfolgt der Ausschluß (düskünlük) aus der
Gemeinschaft des Cem. Der davon Betroffene ist von ihr geächtet. Er gilt als "tot".
Alevit wird man nur durch Geburt und bleibt es bis zum Tod, auch wenn man sich von der Gemeinschaft trennt.
Jedes Dorf hat seinen religiösen Führer, Dieser dede (Großvater) entstammt einer durch die Genealogie legitimierten ocak (heilige Familie), die den buyruk, eine handschriftliche, stark
verschlüsselte Version des religiösen Wissens, vererbt. Das geistliche Oberhaupt aller dedes ist der Çelebi des Bektasi-Ordens in Haci Bektas Köy.
Da der Aleviye eine Schrift fehlt, in der Lehre und Ritus verbindlich fixiert sind, konnte sich auch keine einheitliche Theologie entwickeln. Deshalb zerfällt die Gemeinschaft in eine Vielzahl von Gruppierungen, die
sich gegenseitig respektieren. Diese Struktur begünstigt Toleranz und pluralistische Tendenzen.
Doch kommt es mitunter zu grotesken Scharmützeln. Vor kurzem leiteten zwei dedes aus verschiedenen Dörfern in Istanbul das rituelle Festmahl. Der eine war für Wein und die Teilnahme auch von Frauen, der andere strikt
dagegen. Sie gerieten sich derart in die Haare, daß die Zeremonie abgebrochen werden mußte.
Sir vermemek: Das Geheimnis der Bektasi
Entsprechend dem Grad der lnitiation enthüllen sich dem Eingeweihten nach und nach die verschiedenen Schichten der Geheimlehre der Bektasi. Das weitgehend verschüttete "Geheimnis" ist widersprüchlich und
komplex.
Huldigt der talip (der Laie) einem vordergründigen Ali-Kult, so dringt der arif (der Wissende) zum eigentlichen Wesen Gottes und des Menschen vor. Die Bektasi-Lehre von der Emanation des Urgottes (Hak), der
auf niedere Stufen" herabsteigt, übernimmt dabei Gedanken des andalusischen Sufimeisters Ibn Arabi.
Solange der Kosmos einem Zyklus der Entfaltung und Vernichtung unterliegt, ist Hak bemüht, sich selbst zu erkennen, Um diese Aufgabe zu lösen, bedarf er des mit der Materie verbundenen Menschen. Daraus folgt der stufenweise Abstieg Gottes zur Materie devre-i fersiye: Hak
- Urlogos - die neun Intelligenzen - die neun Seelen - die neun Himmelssphären - reine Materie. Der umgekehrte Prozeß, die devre-i arsiye, ist der Aufstieg von der amorphen Materie über das Reich der
Mineralien, das der Pflanzen und Tiere, dann der höheren Tiere (Affen, Delphine), des Durchschnittsmenschen bis hin zum lnsan-i Kâmil, dem vollkommenen Menschen. Nur er kann sein Wissen in Gott
hineintragen. Erst im denkenden Menschen gewinnt Hak sein "Selbstbewußtsein'.
Eine Spekulation, die Gott vom alles erkennenden Menschen abhängig macht, diese absolute Häresie in der Häresie, muß sich natürlich tarnen: in Form einer ausgeklügelten Zahlen- und Buchstabenmystik, welche die
Bektasi von den Hurufi übernommen haben, und im religiösen Gewand der Schia. In wenigen Zeilen faßt der Dichter Siri das Bektasi-Erlebnis zusammen:
Bevor die Welt ins Dasein trat, war ich allein mit Hak in seiner Einzigkeit. Er schuf die Welt, denn damals formte ich das Bild von ihm; ich war der Entwerter.
Ich wurde in Gewänder
gehüllt, gemacht aus den Elementen. Ich schuf meine Erscheinung aus Feuer, Luft und Erde, Wasser.
Zuweilen war ich Prophet, zuweilen profan. Zuweilen erschien ich gesund, zuweilen als
Narr. Niemand kennt mein Geheimnis, denn ich war listig.
Diese Vorstellungen führen folgerichtig zur Lehre vom Kutup (Pol). Danach bestimmen 366 vollkommene Menschen das Geschick der Welt. An ihrer Spitze steht der Kutup. Weil sie niemand kennt und sie
auch miteinander nur "unbewußt" verkehren, bleibt ihre Führung theoretisch. Durch dialektisches Denken zielt diese spirituelle Hierarchie auf eine zunehmende Vergeistigung der Weit hin. Gott wird in diesem
Modell zu einer Quantité négligeable. In einem dynamischen Erkenntnisprozeß kann sich der Mensch selbst zum lnsan-i Kâmil erheben.
Die Explosion des Alevitentums
Daß solche utopischen Ansätze die Autonomie des Individuums stärken, aber auch Tendenzen zu Anarchie und marxistischem Gedankengut in sich tragen, zeigt das Verhalten vieler alevitischer Intellektueller.
Im Zuge der Verstädterung und des Verfalls der traditionellen Dorfgemeinschaft wandte sich die alevitische Jugend in den siebziger und achtziger Jahren massiv dem Marxismus zu. Ob und inwieweit die Bektasi-Lehre sie
dazu inspirierte, ist unklar.
Erst die zunehmende Islamisierung der türkischen Gesellschaft ließ die Aleviten sich wieder auf ihre Tradition besinnen. 1990 gingen sie in die Öffentlichkeit mit einem Manifest, in dem sie Gleichberechtigung mit den
Sunniten und die staatliche Förderung ihres Kultes verlangten. Diese Alevilik patlamasi (Explosion des Alevitentums), das offene Bekenntnis ist einmalig in ihrer Geschichte.
Die Aleviten haben ihre bewährte Deckung verlassen und stehen nun ungeschützt neuen Problemen gegenüber.
Wie tragbar ist die verkrustete Ordnung der Dorfaleviye noch?
Wie begründet die Gemeinschaft ihren Anspruch, Muslime zu sein?
Wie reagiert die sunnitische Mehrheit, deren Mantel der Toleranz immer fadenscheiniger wird?
Übergriffe auf die beargwöhnte Minderheit nehmen zu.
Offenbar hat die Türkei nicht nur ein Kurdenproblem.
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