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Alte, neue Feinde
Die Re-Islamisierung schuf zudem alte Feindbilder im neuen Gewand. Aleviten waren nicht mehr lediglich die verhaßten Kizilbas von ehemals, derer man aufgrund der Isolation zwar nicht begegnete, über die
häretischen Praktiken aber ausreichend informiert zu sein glaubte. Zur Blasphemie und Unmoral gesellten sich neue Anfeindungen, das Begriffstrio „Kurde, Kizilbas und Kommunist“, allesamt programmatische
Bezeichnungen für Feinde der Republik und des Islam, wurde synonym benutzt mit Aleviten.
Dieser Mißmut ist in der gesamten Islamwelt weitverbreitet. Sowohl die Aleviten als auch andere, mystischen Paradigmen nahestehende Stränge sind in der Islamgemeinde Grund für Argwohn und Ablehnung. Exemplarisch
dafür ist der unten sowohl vom Autor als auch von den Homepage-Administratoren unzensiert übernommener Text:
„Alevism is an heretic and a blasphemic sect that worship the devil. Alevis consider themselves muslims but I dont know what kind of religion do they follow. They are kafirs and sinners because they say that Ali is
God (stagfirullah!!!). In my opinion all the alevis are going to hell as well as other shiites like the twelvers, ismailites, druzes, alawites, bahais, baktashis, etc. Alevism and all the shiite sects were all sects
founded by jews that wanted to destroy islam. If any muslim wishes to go to heaven, he or she has to follow the kuran and the teachings of our prophet Muhammad (pbuh), but alevis dont believe in the Kuran and for
the alevis the teachings of Ali and the rest of the "imams" are most important than the teachings of our holly prophet. ALLAH will not forgive the alevis and ALLAH will send them to hell.“
Ähnlich auch das Denken in der Türkei, noch heute hält sich hartnäckig der Inzestvorwurf. Zeit ihrer Geschichte waren die Aleviten mit der von Sunniten aufgebrachten denunziatorischen Bezeichnung „mum söndü“
(die Kerze ist verlöscht) konfrontiert, welche dem Ayin-i cem Orgiencharakter und den Alevi allgemein sexuelle Unmoral unterstellt, weil Männer und Frauen am Gebetsritual gemeinsam teilnehmen und die Zeremonien aus
Furcht vor Übergriffen im Osmanischen Reich unter höchster Geheimhaltung abgehalten wurden.
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